17. März 2025 | Allgemein: Was sonst noch los ist, Bildungsgangprojekte
Wie viele Berufsfelder die Kreisverwaltung zu bieten hat, erfuhren Schülerinnen und Schüler bei einem Besuch im Kreishaus. (Foto: Kreis Warendorf)
Was ist das Besondere an einem Beruflichen Gymnasium? Den beiden Beruflichen Gymnasien, die am Paul-Spiegel-Berufskolleg in Warendorf beheimatet sind, gelingt ein Spagat: einerseits erhalten Absolventinnen und Absolventen dort nach erfolgreich absolvierter dreijähriger gymnasialer Oberstufe das Vollabitur, das zur Aufnahme jedes beliebigen Studienganges berechtigt. Andererseits gewinnen Schülerinnen und Schüler durch die Ausrichtung auf ein bestimmtes berufliches Spektrum schon während ihrer Schulzeit wichtige Einblicke in Berufsfelder, die sie bei der Entscheidung für eine berufliche Laufbahn unterstützen. Berufsorientierung steht also immer auf dem Lehrplan. So erlebte der zwölfte Jahrgang des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit und Soziales mit dem fachlichen Schwerpunkt Pädagogik jüngst eine intensive Berufsorientierungswoche. Dabei zeigte sich das breite Netz der Kooperationspartnerschaften, mit denen das Berufliche Gymnasium zusammenarbeitet.
Eine dieser Kooperationen besteht mit dem Kreis Warendorf. Ein Besuch bei der Kreisverwaltung ließ eine Vielfalt interessanter Berufsmöglichkeiten aus den Bereichen Gesundheit, Soziales und Pädagogik entdecken. Cem Güvenc, Janina Nonte und Jana Mikesky hatten einen sehr abwechslungsreichen Rundgang vorbereitet. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler bei der Kreispolizeibehörde, welche Voraussetzungen man für eine Bewerbung bei der Polizei mitbringen muss und wie das Duale Studium abläuft. Sie durften ein Polizeiauto aus der Nähe erkunden und die Arbeit des Erkennungsdienstes kennenlernen. In der Rettungsleitstelle durften sie einen simulierten Notruf absetzen und lernten, wie die Ausbildung im Rettungsdienst abläuft. Natürlich wurde auch ein Rettungswagen mit all seinem Zubehör in Augenschein genommen. Auch eine Beschäftigung im Jugendamt ist eine mögliche Berufsperspektive. Dorthin führt das Studium der Sozialen Arbeit, wie Daniel Bögge, Leiter des Sachgebiets Soziale Prävention und frühe Hilfen im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien des Kreises Warendorf erläuterte. Durch die hervorragende Organisation und das hohe Aufgebot an Akteuren von Seiten des Kreises konnten die Schülerinnen und Schüler hier wertvolle Eindrücke gewinnen.
An einem Tag machte sich die ganze Gruppe auf den Weg nach Telgte, wo ihnen die verschiedenen Arbeitsbereiche des St. Rochus-Hospitals vorgestellt wurden. Viele dort tätige Kräfte nahmen sich die Zeit, um den Schülerinnen und Schülern in Kleingruppen die einzelnen Bereiche vorzustellen. So führte ein Rundgang durch die Küche und stellte die logistische Herausforderung vor, 2000 Mittagessen täglich zuzubereiten. Im Verwaltungsbereich wurden die Aufgabenbereiche der Mitarbeitenden erläutert. Ein Bereich galt der Pflege, die sich in einer psychiatrischen Einrichtung grundsätzlich von der normalen Alten- oder Krankenpflege unterscheidet, aber auch innerhalb des Hauses zwischen den verschiedenen Abteilungen große Unterschiede aufweist. Auch der Bereich Ergotherapie war vertreten, hier gab es zunächst grundlegende Informationen zur Ergotherapie, bevor dann die verschiedenen Einsatzbereiche dieser Therapieform im St. Rochus-Hospital vorgestellt wurden. Beim Sozialdienst erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie dieser als Bindeglied zwischen Behandlung und Alltag fungiert und Patientinnen und Patienten bei allen Problemen unterstützt, die rund um ihre Erkrankung auftreten können.
Am letzten Tag der Berufsorientierungswoche stand ein Besuch bei den Freckenhorster Werkstätten auf dem Programm. Antje-Christina Möller vom Sozialen Dienst der Einrichtung machte die Schülerinnen und Schüler durch eine Präsentation mit den verschiedenen dort vertretenen Berufsfeldern bekannt. Besonders die anschließende Führung durch die Werkstätten und der Kontakt mit den dort Beschäftigten hinterließen durch die spürbare positive Atmosphäre einen nachhaltigen Eindruck.
Abgerundet wurde die Berufsorientierungswoche durch eine Informationsveranstaltung zu „Wegen nach dem Abitur“ der Bundesanstalt für Arbeit. Nach einer sehr informativen, eindrucksvollen und abwechslungsreichen Infowoche haben viele der Schülerinnen und Schüler jetzt ein Ziel vor Augen, wofür sich das Lernen lohnt. Auch haben sich für viele neue Perspektiven ergeben. So äußerte sich Nico Zablocka: „Die Berufsorientierungswoche hat mir neue Einblicke in verschiedene Berufe gegeben.“ Auch das Organisationsteam der Berufsorientierungswoche rund um Abteilungsleiterin Sylvia Sahl-Beck und Studien- und Berufsorientierungskoordinatorin Gisela Mersmann ist sehr zufrieden mit dem Verlauf. Eine Wiederholung im kommenden Jahr ist bereits in Planung.

Der 12. Jahrgang des Beruflichen Gymnasiums im St. Rochus-Hospital, zusammen mit Klassenlehrerin Gisela Mersmann (3.v.l.) und den Mitarbeitenden des Hospitals
17. März 2025 | Allgemein: Was sonst noch los ist, Auslandsaktivitäten
In Biekerniki innehalten am Erinnerungsstein Warendorf (Mitgliedsstadt im Riga-Komitee)
In einer berührenden Veranstaltung haben Schülerinnen und Schüler in der voll besetzten Aula des Paul-Spiegel-Berufskollegs zurückgeblickt auf die Gedenkstättenfahrten, die zum Ende des ersten Schulhalbjahres stattgefunden haben. 108 junge Menschen aus verschiedenen Bildungsgängen und Klassen waren gemeinsam mit Lehrkräften und begleitet von Experten des in Münster ansässigen Vereins Gemeinsam Erinnern für eine Europäische Zukunft e.V (GEEZ e.V.) nach Buchenwald/Weimar, Riga, Warschau/Treblinka, Auschwitz/Krakau und Amsterdam/Westerbork gereist.
In ihren Präsentationen erzählten die Schülerinnen und Schüler davon, was sie beeindruckt und bedrückt hat. Gespräche mit Zeitzeugen, Besuche von Mahnmalen, Museen und ehemaligen Vernichtungslagern und die Teilnahme an Workshops haben bleibende Erinnerungen hinterlassen, Impulse gesetzt und Wissen erweitert. „Es war real“, betonte Lina Dahlhoff in ihrer Anmoderation, „und wir müssen gegen Relativierungen dieser Geschehnisse kämpfen und verhindern, dass so etwas wieder geschieht.“ Ein Gedanke, den Schulleiter Udo Lakemper in seinem Schlusswort aufgriff, mit dem Verweis auf Namen und Auftrag des Paul-Spiegel-Berufskollegs.
Auf der Gedenkenstättenfahrt mit dem Ziel Riga wurde die Verbindung zwischen der lettischen Hauptstadt und Warendorf im Laufe der Reise immer spürbarer. Ein bewegender Moment war der Besuch der Gedenkstätte Bikernieki, dem größten Tatort des Massenmords in Lettland. Dort gedachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 1941 nach Riga deportierten Jüdinnen und Juden aus Warendorf. Bereits im Vorfeld der Reise hatten sie sich intensiv mit den Biografien der Opfer beschäftigt, Namen recherchiert und eine Erinnerungskarte erstellt. In einer feierlichen Zeremonie wurden diese Namen an den Gedenksteinen des Riga-Komitees von Warendorf, Telgte und Münster verlesen. Abschließend legten die Schülerinnen und Schüler eine Blume nieder – als Zeichen der Erinnerung und des Nicht-Vergessens. „Vor Ort waren die vielen Informationen und die enorme Anzahl der anonymen Massengräber sehr bedrückend und herausfordernd“, berichtet Swana Wittenberg.
Neben Bikernieki besuchte die Gruppe auch die Gedenkstätten Salaspils, das ehemalige Arbeitserziehungslager, sowie Rumbula, das an die ermordeten jüdischen Einwohner Rigas erinnert. Besonders eindrücklich war die Erkundung des ehemaligen Ghettos (1941–1944) und des alten jüdischen Friedhofs. Dort ergab sich ein spontanes Gespräch mit einem Letten, dessen Großeltern einst am Rande des Friedhofs lebten. „Das war ein sehr bewegender Moment, weil der Mann sich freute, dass wir als Schülerinnen und Schüler aus Deutschland uns für die Vergangenheit interessieren und an einer Gedenkstättenfahrt teilnehmen“, schildert David Richter. Nach einer Woche voller intensiver Erfahrungen kehrten die Schülerinnen und Schüler mit tiefem Respekt und Dankbarkeit zurück. „Mir ist bewusst geworden, welch großes Geschenk es ist, in Freiheit leben zu dürfen“, resümiert Xenia Hergert.
Bei der Fahrt nach Auschwitz und Krakau ging die Führung durch die ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau besonders nah. An der Erschießungsmauer lagen noch die Erinnerungskränze anlässlich des Jahresgedenkens der Befreiung des Lagers am 27. Januar 1945. In Workshops erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler die Lebensläufe überlebender Menschen, ihre individuellen Verarbeitungsprozesse und ihr Wirken bis in die heutige Zeit. Antworten auf die Frage „Was macht diese Erfahrung mit einem Menschen?“ gab der Besuch einer ergreifenden Ausstellung über einen ehemaligen Häftling und das Gespräch mit einer Zeitzeugin, die als Kind in der Fabrik Oskar Schindlers arbeitete und dadurch überlebt hat.
In Warschau waren die Erinnerungen an die Vernichtungsstätte Treblinka, das Warschauer Ghetto und den Arzt und Waisenhausleiter Janusz Korzcak, das Museum Polin und das Ringelblum-Archiv die Hauptpunkte des Programms. Die Schülerin Mara Peters fasste ihr Erleben und ihre persönliche Überzeugung in einem Appell zusammen: ,,Mir persönlich ist viel bewusst geworden, worüber ich vorher nicht nachgedacht habe. Wir Schüler haben täglich mit Problemen wie Ausgrenzung zu kämpfen, die vielleicht auch vermeidbar sind, indem wir uns im Klaren sind: Hass, Rassismus und Ausgrenzung sind falsch, wir müssen lernen zu tolerieren. Jeder verdient Respekt. Wir müssen uns einsetzen und aufklären. Und wir müssen der Welt zeigen, dass wir aus der Geschichte lernen. Am Ende gewinnen immer die Menschen mit einem guten Herzen. Entscheide dich, einer von ihnen zu sein. Schau hin, anstatt wegzuschauen. Rede, anstatt zu schweigen.“
Die Auseinandersetzung mit individuellen Lebensgeschichten war auch ein zentraler Bestandteil der Fahrt in die Niederlande. In der Dauerausstellung des Lagers Kamp Westerbork übernahmen die Schülerinnen und Schüler Patenschaften für einzelne Schicksale. Anhand von Originalbriefen und persönlichen Gegenständen recherchierten sie die Lebenswege der Inhaftierten und stellten diese einander vor. Die unbegreifbare Anzahl von 107.000 Menschen, die insgesamt in Westerbork inhaftiert waren, bekam Gesichter. Der Zeitzeuge John Blogg berichtete in einer emotionalen Begegnung davon, wie seine Eltern den Zweiten Weltkrieg nur durch die Hilfe mutiger Menschen, die ihr eigenes Leben riskierten, überlebten. Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmenden von den Worten des Zeitzeugen: „Schaut nicht weg!“ – ein Appell, der aktueller ist denn je. In Amsterdam begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf den Rundgang durch das (Hinter-)Haus, in dem die 13-jährige Jüdin Anne Frank sich zwei Jahre lang auf engstem Raum zusammen mit ihrer Familie und weiteren Personen versteckte. „Wir haben das Knarzen des Originalbodens selbst erlebt und konnten uns vorstellen, wie schwierig es gewesen sein muss, immer leise zu sein und sich nicht zu verraten“, schilderte eine Schülerin ihre Eindrücke.
In Weimar lernte die Reisegruppe die UNESCO-Welterbe-Stadt von verschiedenen Seiten kennen: Die Spuren von Goethe und Schiller kontrastierten mit einer Stadtführung unter dem Thema „Weimar im Nationalsozialismus“ und dem Museum „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“. In Erfurt besuchte die Gruppe den Erinnerungsort „Topf & Söhne“. Das Unternehmen hatte Verbrennungsöfen und Technik für die Gaskammern bereitgestellt. Eine Tatsache, mit der sich die Schülerinnen und Schüler in einem Workshop zur Frage von Arbeit und Verantwortung auseinandersetzten. Die in der Nähe von Weimar gelegene Gedenkstätte Buchenwald „mahnt uns“, so ein Schüler bei der Präsentation. „Es ist nicht einmal 100 Jahre her. Und auch wenn wir nicht direkt damit zu tun haben, muss man sich trotzdem das Ausmaß der Gewalt klarmachen.“ Unfassbar für ihn: „Es gab direkt neben dem Lager einen Tierpark. Es kann nicht sein, dass niemand etwas wusste.“

Gedenken an stillgelegten Gleisen beim Besuch von Auschwitz und Krakau

Workshop im Museum „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ in Weimar

Mahnende Botschaft am Obelisk im Vernichtungslager Treblinka

Im Gespräch mit dem Zeitzeugen John Blogg in Kamp Westerbork

Präsentation der Gedenkstättenfahrten
4. März 2025 | Allgemein: Was sonst noch los ist, Bildungsgangprojekte
Sie hatten Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften spannende Erfahrungen zu berichten: (von rechts nach links) Johanna Sökeland (Rottendorf Pharma), Beate Große Schawe (Eva Hüser Physiotherapieschule), Annika Dammann (Studentin Soziale Arbeit), Heike Wiesmann (Verbundleitung St. Laurentius), Anna Nienkemper (Lebenshilfe e.V.) und Judith Kötter (Lebenshilfe e.V.). Daneben Gisela Mersmann (Lehrkraft und Organisatorin der Berufsorientierungswoche), Moritz Wehmschulte, Lucia Peters, Kristina Schmiehusen und Roberto Thomas (Lehrkräfte)
„Man müsste jemanden fragen können…“ – Wie oft wünschen wir uns Menschen, die uns bei schwierigen Entscheidungen mit ihrer Erfahrung zur Seite stehen können. Erst recht, wenn es um eine so wichtige Entscheidung wie die Berufswahl geht. Am Beruflichen Gymnasium für Gesundheit und Soziales mit dem fachlichen Schwerpunkt Pädagogik, das am Paul-Spiegel-Berufskolleg in Warendorf beheimatet ist, geht man regelmäßig diesen Weg, die Schülerinnen und Schüler mit Menschen zusammen zu bringen, die über Erfahrung in ihrem Beruf verfügen. Am sogenannten Expertentag gibt es die Möglichkeit, sich über Ausbildungswege, Anforderungen und Berufsalltage, aber auch über Vor- und Nachteile verschiedener Berufe mit erfahrenen Personen aus den Berufsfeldern Pädagogik, Gesundheit und Soziales auszutauschen.
Judith Kötter und Anna Nienkemper berichteten von ihren persönlichen Lebenswegen, die sie schließlich als hauptberufliche Angestellte zum Verein Lebenshilfe e.V. geführt haben, einem Verein, der sich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung einsetzt. Die Möglichkeiten im Verein tätig zu werden sind sehr vielfältig, von ehrenamtlicher Tätigkeit über Freiwilligendienste, Praktika, Ausbildung und duales Studium bis hin zur hauptberuflichen Beschäftigung. Was die Arbeit lohnenswert mache, so Judith Kötter, sei die spürbar große Dankbarkeit der Betroffenen, die Abwechslung und das gute Klima im Team. Viele, die ursprünglich nur kurzzeitig für die Lebenshilfe arbeiten wollten, seien immer wieder gekommen und hätten zum Teil das Ehrenamt zum Beruf gemacht, was Anna Nienkemper kommentiert mit: „Einmal Lebenshilfe, immer Lebenshilfe!“
„Du willst etwas bewegen? Werde Physio!“ Diesen Satz stellt Beate Große-Schawe ihrem Vortrag voran. Als Assistentin der Geschäftsführung der Eva Hüser Physiotherapieschule in Bad Laer konnte sie wertvolle Tipps zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Physiotherapie geben. Die Schule in Bad Laer punktet durch die familiäre Atmosphäre, die vielfältigen Kooperationspartner und die grüne Umgebung, die es möglich macht, praktische Einheiten in den Kurpark zu verlegen.
Heike Wiesmann ist die Verbundleitung der sieben Kindergärten der St.Laurentius-Gemeinde in Warendorf. Als Verstärkung hatte sie Annika Dammann mitgebracht, die als Studentin der Sozialen Arbeit gerade eine Praxisphase in einer Warendorfer Kita absolviert. Gemeinsam berichteten sie vom Berufsbild Erzieherin/Erzieher. Der Weg zu diesem Beruf führt über die Praxisintegrierte Ausbildung (PIA), bei der von Anfang an Theorie und Praxis miteinander verknüpft sind. Welche Voraussetzungen muss ich für die Ausbildung mitbringen? Welchen Anforderungen muss ich gerecht werden? Und wieviel verdiene ich in diesem Beruf? Auf all diese Fragen hatten Heike Wiesmann und Annika Dammann eine Antwort parat.
Einen ganz anderen Bereich vertrat Johanna Sökeland von der Rottendorf Pharma GmbH. Dieser wichtige Arbeitgeber im Kreis Warendorf wurde in einer beeindruckenden Präsentation vorgestellt, bevor mögliche Karrierewege in der Pharmabranche skizziert wurden: von den Ausbildungsberufen Pharmakant/in, Chemielaborant/in oder Industriekaufmann/-frau bis hin zum Dualen Studium in den Bereichen BWL oder Wirtschaftsinformatik reichte die Palette möglicher Berufswege. Eine besondere Möglichkeit zum „Hineinschnuppern“ bietet die Rottendorf Pharma GmbH Schülerinnen und Schülern mit dem Projekt „Dein Praktikum nach Maß“, bei dem immer in der ersten Woche der Sommerferien die Möglichkeit besteht, ein ganz nach den eigenen Interessen gestaltetes Praktikum zu absolvieren.
Spannend wurde es für die Anwesenden, als Yvonne Heurich und Steffen Wehnert von der Schule für Medizinische Technologie in der Radiologie am UKM Münster gleich eine praktische Aufgabe mitgebracht hatten. Es galt, radiologische Bilder auszuwerten und einen medizinischen Befund daraus abzuleiten. Von der verschluckten Sponge-Bob-Figur bis hin zur Metastasierung von Tumoren gab es unterschiedlich herausfordernde Bilder. Wie diese entstehen, welche verschiedenen bildgebenden Diagnoseverfahren es gibt und welche Tätigkeiten sich hinter der Berufsabkürzung MTR (medizinische/r Technologe/in der Radiologie) verbergen, dazu informierten die Fachlehrerin für Radioonkologie und der übergeordnete Praxisanleiter sehr anschaulich.
Am Ende verließen die Schülerinnen und Schüler den Expertentag mit vielen neuen Eindrücken und spannenden Einblicken in diverse Berufsfelder, zum Teil aber auch mit neuen Perspektiven für die eigene Berufswahl. So äußerte sich Michelle Richter: „Ich hätte nie gedacht, dass der Beruf der Physiotherapeutin so interessant ist!“
26. Februar 2025 | Allgemein: Was sonst noch los ist, Bildungsgangprojekte
Die Klasse FOSO1 hat den Gesundheitstag am Paul-Spiegel-Berufskolleg organisiert und durchgeführt.
Die Klasse FOSO1 der Oberstufe der Fachoberschule für Gesundheit und Soziales des Paul-Spiegel-Berufskollegs Warendorf hat im Rahmen der Projektarbeit einen Gesundheitstag für interessierte Schülerinnen und Schüler organisiert. Ziel war es, über spezielle, selbst gewählte Themen aufzuklären und damit präventiv gesundheitsschädigendes Verhalten der eigenen Altersgruppe zu beleuchten. Je nach Interessenslage bereiteten fünf Gruppen „ihre Themen“ im Unterricht ausgiebig vor und präsentierten die Vorträge und Mitmachaktionen zu den Themen Mentale Gesundheit, Stress und Stressabbau, Nikotinkonsum (Vapes/Zigaretten), Bewegung, Sport, Schönheit und Fettverbrennung, Ernährung (Energydrinks, Essstörungen) und Drogen (Alkohol, Handy).
Der Gesundheitstag, der in dieser Form fast jedes Jahr am Berufskolleg stattfindet, wird veranstaltet, um möglichst früh wichtige Informationen zur gesundheitsorientierten Lebensführung weiterzugeben, vor Problemen zu schützen oder direkt weiterzuhelfen. Gleichzeitig setzen die Schülerinnen und Schüler Unterrichtsinhalte aus dem Fach Gesundheit um, indem sie selbst gewählte Themen so aufarbeiten, dass diese adressatengerecht als Prävention zur Verhinderung von Krankheiten dienen bzw. gesundheitsschädigendes Verhalten im Jugendalter thematisieren. Außerdem werden mithilfe dieser Projektarbeit Präsentationsfähigkeit, Organisations- und Medienkompetenz gefördert – auf dem Weg in eine Ausbildung oder ein Studium.
23. Februar 2025 | Allgemein: Was sonst noch los ist, Auslandsaktivitäten
Die Auslandspraktikanten und -praktikantinnen mit Schulleiter Udo Lakemper und dem Europateam (Projektleiterin Maren Ohde, Astrid Wewers und Lucia Peters, vordere Reihe v.l.n.r.)
„AVE Erasmus – Arbeiten im Vereinten Europa“, so lautet das vom Paul-Spiegel-Berufskolleg organisierte Auslandspraktikum, unterstützt durch das europäische Förderprogramm Erasmus+. Etwa 60 Schülerinnen und Schüler des Warendorfer Berufskollegs wagten im Sommer und Herbst 2024 den Schritt ins Ausland und absolvierten erfolgreich ein Praktikum in Wien, Dublin, Sevilla, auf den kanarischen Inseln, in La Rochelle, Dubai, in der Türkei, den USA und auf der Insel La Réunion. Für vier oder sechs Wochen erlebten sie den Alltag, wohnten in Gastfamilien, Studentenunterkünften oder Hotels und arbeiteten in einem ihrer Ausbildung oder dem anvisierten Ausbildungsberuf entsprechenden Betrieb. Nach Feierabend besuchten sie einen Sprachkurs und erkundeten die Umgebung.
Dokumentiert wurde dieser Auslandsaufenthalt nun auch im sogenannten „Europass Mobilität“, einem europaweit anerkannten Zertifikat für Auslandspraktika. Hierzu fand am Paul-Spiegel-Berufskolleg eine feierliche Veranstaltung statt. Vor der Verleihung der Europässe präsentierten die Auslandspraktikanten und -praktikantinnen ihre Eindrücke und Erfahrungen auf unterschiedlichste Art und Weise. So motivierten sie die an der Ausreise 2025 interessierten Schülerinnen und Schüler, die der Einladung zu dieser Veranstaltung gefolgt waren. Nach den Präsentationen überreichte Schulleiter Udo Lakemper die Europässe.
„Es ist schön zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler persönlich und für ihre berufliche Orientierung von diesem Auslandsaufenthalt profitieren konnten“, so Abteilungsleiterin Maren Ohde, die das Projekt leitet und zusammen mit dem Europateam der Schule betreut. „Das Feedback der ausländischen Betriebe und Partner war äußerst positiv. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sehr zuverlässig und haben sich engagiert auf das Praktikum eingelassen. Die Unternehmen freuen sich nun schon auf die neuen Praktikanten und Praktikantinnen unserer Schule in diesem Jahr“.
23. Februar 2025 | Allgemein: Was sonst noch los ist, Schulinternes
Schulleiter Udo Lakemper und stellv. Schulleiterin Inka Schweers starteten den pädagogischen Tag gemeinsam mit Sandra Bothe, Ninwe Shamoun und Jens Wallschlag von der Kreispolizei Warendorf sowie Maike Ostrop und Diana Attalah von der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Warendorf (v.l.n.r.)
Unterrichtsfrei und damit eine kleine Verschnaufpause gab es für die Schülerinnen und Schüler des Paul-Spiegel-Berufskollegs am Montag nach Ausgabe der Halbjahreszeugnisse, denn Schulleitung, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiterinnen trafen sich zu einem pädagogischen Tag mit einem Mix aus Vorträgen und Workshops. Deren übergeordnetes Thema „Handlungssicherheit in schulischen Krisensituationen“ umriss Schulleiter Udo Lakemper in seiner Anmoderation. Er nahm Bezug auf die alltäglichen Erfahrungen mit zunehmend problematischerem und sehr herausforderndem Verhalten von Schülerinnen und Schülern. Hierauf müssten Lehrkräfte zu reagieren wissen: „Was können wir tun? Und welche Veränderungen im Lehrerhandeln sind notwendig?“
Einen Teil der Antworten auf diese Fragen legten Udo Lakemper und die stellvertretende Schulleiterin Inka Schweers mit einem schulischen Interventionsplan vor, der situationsspezifische Handlungsoptionen und Ablaufszenarien aufzeigt.
Aus Sicht der Polizei stellte Kriminalhauptkommissarin Sandra Bothe in ihrem Vortrag dar, wie im schulischen Kontext mit strafbaren Handlungen wie beispielsweise gewalttätigen körperlichen Angriffen oder Vandalismus bzw. einem Verdacht darauf umgegangen werden muss und kann. Diana Attalah und Maike Ostrop von der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Warendorf informierten über typische Phasen eskalierenden Verhaltens. Sie gaben hilfreiche Empfehlungen dafür, wie Lehrkräfte jeweils intervenieren können, um die Situation zu beruhigen. Sie lenkten aber auch die Aufmerksamkeit darauf, welche wichtige Rolle es spielt, wie Lehrkräfte Schülerinnen und Schülern wahrnehmen und ihnen auf der Beziehungsebene begegnen.
Vertieft wurde diese Perspektive mit den Referentinnen in einem Workshop am Nachmittag. Hier ging es darum, einen Blick zu werfen in den persönlichen „Rucksack“ von Schülerinnen und Schülern: Welche Erlebnisse, Überzeugungen und Bedürfnisse bringen sie mit und wie tragen diese zum Entstehen von Konfliktsituationen bei? Mit Schulsozialarbeiterin Kathrin Popper erarbeiteten die Lehrkräfte Gesprächs- und Handlungsmöglichkeiten bei Verdacht auf Suizidgefahr. Cybermobbing und das Problem sexualisierter Gewalt wurden in weiteren Arbeitsgruppen mit Annika Neumann vom Medienzentrum des Kreises Warendorf und Susanne Wittkamp von der Landvolkshochschule Freckenhorst thematisiert. Eigene Erfahrungen im Umgang mit schwierigen Situationen reflektierten Lehrkräfte und Schulleitung, um weitere Handlungsideen für Krisensituationen zu konkretisieren.